Vortrag

Sonntag - 25. November - 19:00

Vortrag: Zwischendinger

"Zwischendinger". Cissexismus und Interdiskriminierung in der extremen Rechten
Geschlecht und Sexualität sind keine neuen Themen für die extreme Rechte. Auffällig ist aber deren (Wieder-)Entdeckung in den letzten Jahren. Ganz eigene Wortschöpfungen wie "Genderismus", "MenschInnen" und "Frühsexualisierung" weisen auf die Relevanz der Thematik für Rechte hin. Der Wunsch nach einfachen Lösungen und klaren Feindbildern sowie der Drang sich zum Opfer eines "linken Mainstreams" zu stilisieren, vereint in der Raserei gegen "gender" ganz unterschiedliche Spektren, die sich sonst spinnefeind sind: Klerikalfaschist*innen, "Besorgte Eltern", "Demo für Alle", Neonazis, "Identitäre", AfD, "Neue Rechte", die CSU und Teile der CDU.
Trotz der überwältigenden und wachsenden Präsenz von Cissexismus und Interdiskriminierung in rechten Diskursen und Praxen werden diese Phänomene erstaunlich wenig analysiert. Forschung zu Rechtsextremismus ignoriert in aller Regel Geschlecht und Sexualität in Gänze, und die kritischen Diskurse rund um ‚Anti-Genderismus' heben fast ausschließlich Heterosexismus/Homofeindlichkeit hervor.
Der Vortrag wird Cissexismus und Interdiskriminierung in der deutschsprachigen extremen Rechten anhand empirischen Materials untersuchen und analysieren.
Vortragender ist Andreas Hechler. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Bildungsreferent bei Dissens - Institut für Bildung und Forschung in Berlin. Schwerpunkte seiner Arbeit in den letzten Jahren waren geschlechterreflektierte Neonazismusprävention, Intergeschlechtlichkeit in der Pädagogik, Männlichkeit, sexuelle Gewalt und der Themenkomplex NS-‚Euthanasie', Familienbiografien, Ableismus und Erinnerungspolitik. Er ist im Beirat der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM/OII Germany).

Eintritt frei.

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